11.04.2013
versagen.
dann klingelt plötzlich spät das telefon und das ist schon nicht normal. kurz aufschrecken, kurz sorgen machen und dann denken "ist sicher nur". dran gehen - hörer abnehmen, kaltes plastik an warmem ohr. "ja, hallo?". und schon ihren ersten, schüchternen satz "entschuldige, dass ich so spät noch.." schnell unterbrechen - "kein problem". ein paar sätze, keine guten. schlechte nachrichten - als wenn diese leeren worte überhaupt noch den wahren sinn erfassen könnten. schwächelnde stimme, gestotterte sätze. "mein papa stirbt" als einzig erinnertes zitat. brandzeichen auf hirnwindungen. und plötzlich sind alle worte dieser welt - jedes einzeln mühsam über 27 jahre erlernte - so unfassbar bedeutungslos. nicht mal mehr ausreichend. nein, ungenügend. minderwertig. wertlos. doch noch weitersuchen, stottern, stolpern, seufzen - aufgeben. und dann einfach nur der stille platz geben. selbst über kilometer getrennt das viel gelobte "da sein" üben. zuhören. leises und lautes schluchzen ertragen. nachfragen, aber nicht zu forsch. die eigenen tränen zurückhalten, aber nicht lange. viel schweigen überdauern. aushalten. weil man doch sonst auf alles eine antwort hat. rat. tat. zwecklos. momente ohne gebrauchsanweisung.
29.03.2013
i don't like what i see.
dass mich diese dinge einfach noch nicht losgelassen haben, auch wenn es mittlerweile jahre her ist. das merke ich vor allem dann, wenn ich fast nicht mehr ich selbst bin. wenn ich mich von außen betrachte und denke "was tust du da eigentlich?". wenn da plötzlich bilder in meinem kopf sind, die ich bei vollem bewusstsein nicht konstruieren könnte. wollte. kontrollverlust - binnen sekunden. wut, hass, ärger, trauer, hilflosigkeit und vor allem angst. vor dem verlust. und der wiederholung. realitätsverlust als zwischengegner. und sie blut und tränen schwitzend immer wieder besiegen. und dann doch wieder runterkommen. wirklichkeit wieder finden. den boden unter den füßen spüren. with a little help from my friends. and you. es geht ja. aber es dauert. ich brauche geduld - und die mit mir selbst ist so rar gesäht. und ich will doch endlich wieder vertrauen. so richtig, mit allem und scharf. aber vermutlich ist die wirkliche erkenntnis dabei: das vertrauen in mich selbst muss vor allem wieder wachsen. erwachsen. um genug davon zu haben und es anderen anbieten zu können. und vielleicht ist das auch das größte problem - wieder auf mich selbst zurück geworfen zu werden. immer wieder feststellen: doch, das bin ich. und wieder in mir anfangen. arbeiten. immer wieder. learning the hard way.
26.03.2013
instacooking: spaghetti mit avocado-pesto.
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| serviervorschlag. |
was man für vier bis fünf portionen braucht: spaghetti (oder jede andere nudel) nach eigenem ermessen, anderthalb reife avocado, einen halben strauch basilikum, 75g pinienkerne, 3 (mittlere) knoblauchzehen, 100ml olivenöl, 2 esslöffel zitronensaft, (meer)salz, (frischen) pfeffer. optional: mehr pinienkerne und basilikum für die deko. kirschtomaten.
was zu tun ist: nudeln nach verpackungsanleitung oder gutem gewissen kochen. avocado, abgezupfte basilikumblätter, pinienkerne, knoblauch, olivenöl und zitrone in einen mixer stopfen und mixen lassen, bis es eine einigermaßen cremige maße ergibt. gegebenenfalls noch etwas olivenöl zugeben. ich mag es auch, etwas (zwei, drei esslöffel) vom nudelwasser zum pesto beizugeben. nach geschmack mit salz und pfeffer würzen. fertig gekochte nudeln mit pesto vermengen (ich mach das einfach in dem topf, in dem auch die nudeln gekocht wurden). tomaten in ecken schneiden. pesto-nudeln auf teller verteilen und mit tomaten, übrigen pinienkernen (auch lecker: wenn man sie vorher ein wenig anröstet) und einem basilikumblatt garnieren - fertig. yum!
pro-tipp: großartig ist das pesto übrigens auch als brotaufstrich. habe selbst nicht alles für die nudeln verbraucht und noch zwei tage später sandwiches damit bestrichen und vor freude über die leckerei getanzt. aufbewahren kann man das ganze am besten in einem fest verschließbarem schraubglas oder einer art tupperdose - dann hält es sich auch ein paar tage im kühlschrank. nicht wundern, wenn es an den rändern ein wenig braun wird - avocado tut das leider in verbindung mit sauerstoff. ist aber nur halb so wild und schmeckt trotzdem vorzüglich.
11.03.2013
nackt.


vulnerable. angreifbar. maßlos. offen. emotional. nude. sensibel. ruhig. brutal. schwach. ausgeliefert. sanft. bare. vorsichtig. gierig. frei. intim. nah. raw. erbarmungslos. wirklich. enthüllt. leicht. ohnmächtig. bloß. natürlich. hemmungslos. stark. leise. hilflos. zart. ungezähmt. erregt. sicher.31.01.2013
#aufschrei
an der sexismus-debatte, die in den letzten tagen deutschland erschüttert hat, wird wohl kaum jemand vorbeigekommen sein. die ganzen "alten medien" haben ein thema aufgenommen, dass sich ursprünglich im internet - genauer: auf twitter - entzündete und das noch immer für ordentlich aufruhr sorgt. @marthadear und @vonhorst riefen einen hashtag in's leben, der offensichtlich einen nerv traf und selbst die initiatorinnen in seiner wirkung vollkommen überwältigte: #aufschrei. in den letzten tagen veröffentlichten zehntausende von twitter-userinnen unter diesem stichwort erlebnisse von sexismus im alltäglichen leben. diese berichte reichen vom "gewöhnlichen" hinterherpfeifen auf der straße bis hin zu tatsächlichen, körperlichen übergriffen. und ich würde einfach mal ganz frech darauf wetten wollen, dass es keine einzige unter meinen leserinnen gibt, die so etwas nicht - in welchem ausmaß auch immer - ebenfalls erlebt hat. ich weiß, mir selbst ist es schon passiert. oft. beinahe täglich. und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr vorkommnisse fallen mir ein.
da sind solche, die als mehr oder weniger "harmlos" wahrgenommen werden. darunter fällt für mich jeder typ, der mir je hinterhergepfiffen, geschnalzt, gerufen hat. jedes mal, dass ich "lach' doch mal! was guckst du denn so grimmig?! dein lächeln ist bestimmt voll schön!" hören musste. jedes aufgezwungene gespräch, obwohl ich offensichtlich kein interesse an einem dialog hatte (kopfhörer im ohr, in ein buch vertieft, wegschauen, blick senken, arme verschränken, "nee du, der platz ist nicht frei", "nee du sorry, wir würden uns gerade gerne einfach untereinander unterhalten"). wobei darunter auch aufdringliche zeitgenossen waren. oder solche, die sehr ungehalten darüber wurden, dass gerade kein interesse meinerseits an ihnen bestand. und ich mich daraufhin beschimpfen, als arrogant bezeichnen oder einfach sehr böse angucken lassen musste. was die unterscheidung in "harmlos" und "potentiell gefährlich" für mich gleich wieder ganz schwierig macht.
ein großer punkt in der debatte um den sexismus gegenüber frauen ist nämlich, dass es problematisch sei, körperliche übergriffe mit den alltäglichen frotzeleien der männerwelt in einen topf zu werfen. mir selbst fällt es allerdings überhaupt nicht schwer, die beiden miteinander in verbindung zu bringen - im gegenteil. mir ist mittlerweile klar geworden, dass jeder alltägliche sexismus, den ich und den meine umwelt einfach so hinnehmen und akzeptieren nur eine "einstiegsdroge" ist. denn trotz der möglichen harmlosigkeit ist jede von einem anderen bewusst hervorgerufene situation, die mir als mensch ein unangenehmes gefühl gibt, eine grenzüberschreitung. und mit jeder grenzüberschreitung, die ich, die wir als gesellschaft akzeptieren, öffnet sich tür und tor für tatsächliche, sexuelle übergriffe. denn jedes mädchen, das mit den gedanken "ach, das meint der nicht so. vielleicht ist es nur ein witz. eigentlich mag der mich ja. der meint es nur gut. ist ja ein kompliment. ich sollte mich nicht so haben." aufwächst, wächst zwangsläufig auch mit gedanken wie "vielleicht hätte ich den kurzen rock nicht anziehen sollen. hm, vielleicht habe ich ja doch ein wenig geflirtet und die falschen signale gesendet." und im allerschlimmsten falle mit dem gedanken "ich hätte mich einfach mehr wehren sollen." auf. hier werden opfer zu tätern gemacht. und das nicht nur gegenüber den eigentlichen übergriffigen, sondern vor allem auch gegenüber sich selbst - und hier liegt die eigentliche krux.
denn: wenn ich einen weiten ausschnitt/kurzen rock/enges kleid trage, dann muss ich halt damit rechnen, dass mich jemand anstarrt. wenn ich angetatscht werde, dann muss ich demjenigen doch nur eine knallen, dann lernt er schon draus. wenn mein chef mich ständig "süße" nennt, dann muss ich ihn halt zurechtweisen oder zum betriebsrat gehen oder suche mir am besten direkt einen anderen job. wenn ich nicht flirten will, dann sollte ich halt nicht in eine bar gehen. wenn ich keine komplimente hören will, dann sollte ich halt einfach nicht so hübsch sein. und wenn ich nicht vergewaltigt werden will, dann nehme ich nachts halt ein taxi oder gehe daher, wo es beleuchtet ist. das klingt für manche vielleicht verrückt - aber das sind aussagen und urteile, mit denen frauen jeden tag konfrontiert werden. einschränkungen, die wir teilweise sogar selbst in kauf nehmen. nur: wo liegen hier die grenzen, wie weit soll das noch führen? und wann hören wir endlich auf, menschen beizubringen, wie man sicher bleiben kann und fangen an beizubringen, nicht übergriffig zu werden? wann genau lernen menschen endlich genug feingefühl, um zu merken, wann zu viel einfach zu viel ist? denn die konsequenzen dieser einschränkungen in meinem leben sind endlos - ich verliere dabei zeit, respekt, selbstwertgefühl, geld, möglichkeiten des ausdrucks meiner individualität, spaß und sogar möglicherweise meinen job. dass man mich arrogant nennt, wenn ich nicht mit jedem dahergelaufenen eine unterhaltung führen will - damit kann ich leben. aber ich möchte schlichtweg kein leben führen, in dem ich mich 24/7 wehren, verstecken und klein machen muss - nur um ein einigermaßen unbeschadetes leben zu führen. denn das schlimmste ist ja: selbst wenn ich mich an all' diese dinge halte - sie garantieren mir nichts.
99% der männlichen bevölkerung wären trotz aller sicherheitsmaßnahmen zu jedem zeitpunkt imstande, mit mir zu machen, was auch immer sie wollten. einfach aus rein biologischen, körperlichen gründen. dass bisher kein mann in meinem leben davon gebrauch gemacht hat, da spielt viel glück mit. und das bewusstsein darüber ist immer da. das risiko. die furcht. und dank erfahrungen wie den oben geschilderten und schlimmeren, wird diese angst auch nicht weniger. im gegenteil. jeder mann, der auf der straße im dunkeln hinter mir läuft, ist für mich zunächst einmal eine bedrohung. ein potentieller übeltäter - so leid es mir oft um die vielen, wahrscheinlich sehr sympathischen, kerle leid tut. aber ich kann nicht mehr zählen, wie viele fake-anrufe ich schon führte. mit dem bodybuilder-freund, den ich vom training abholte - nur um mögliche angreifer abzuschrecken. deshalb bin ich mittlerweile auch jedem mann (im stillen) dankbar dafür, wenn er die straßenseite wechselt, statt weiter im dunkeln hinter mir zu laufen. denn dann habe ich ihn nicht mehr im nacken - kann ihn sehen und bin nicht mehr so ausgeliefert und angreifbar.
und das ist genau das, was sich ändern muss. es muss ein bewusstsein geschaffen werden - dafür, was frauen jeden tag, jeden abend, jede nacht durchmachen. und ein mann, der selbst noch kein solches erlebnis hatte - als potenzielles opfer eines sexuellen übergriffes abends durch die stadt zu laufen - muss natürlich erstmal darüber aufgeklärt werden. entweder durch das eigene umfeld oder aber durch genau die diskussion, die wir eben gerade führen und hoffentlich weiterführen werden. es muss in das bewusstsein jedes menschen, wie ein klima, in welchem sogenannte »herrenwitze« und scheinbar minimale grenzüberschreitungen als normal empfunden werden, diese angst - diese permanente furcht und vorsicht - schürt. als ich mit meinen eltern das thema diskutierte und eben genau das äußerte, war auch mein vater völlig schockiert. er habe noch nie darüber nachgedacht, ob es einer frau unangenehm sein könnte, wenn er auf der straße hinter ihr laufe. viele männer haben und werden eben (hoffentlich) nie die gleichen erfahrungen machen, die so viele frauen ihr ganzes leben mit sich tragen.
wir leben immer noch in einer männerdominierten gesellschaft - die macht ist faktisch nicht auf seiten der frau. aber überall sprechen pärchen, familien, politiker, firmen und medien mittlerweile über genau dieses thema - es wird verbreitet, öffentlich gemacht. und den vielen verständnisvollen, smarten männern wird es dadurch ein bisschen einfacher gemacht, das eigene benehmen zu reflektieren. sich womöglich noch ein wenig respektvoller gegenüber ihren weiblichen mitmenschen zu benehmen. und damit das miteinander zu vereinfachen und vorallem für alle so angenehm wie möglich zu machen. damit traue ich (und der großteil der #aufschrei-bewegung) den männern übrigens um einiges mehr zu als viele ihrer gegner - welche offenbar bezweifeln, dass sich an der gegenwärtigen, gesellschaftlichen lage und vor allem dem mann als individuum und seinen "trieben" jemals etwas ändern könnte. mal ganz abgesehen von den idioten, die sich über die aktion lustig machen und sie in den dreck ziehen - die lernen dann vermutlich tatsächlich nur durch eine ordentliche ohrfeige.
da sind solche, die als mehr oder weniger "harmlos" wahrgenommen werden. darunter fällt für mich jeder typ, der mir je hinterhergepfiffen, geschnalzt, gerufen hat. jedes mal, dass ich "lach' doch mal! was guckst du denn so grimmig?! dein lächeln ist bestimmt voll schön!" hören musste. jedes aufgezwungene gespräch, obwohl ich offensichtlich kein interesse an einem dialog hatte (kopfhörer im ohr, in ein buch vertieft, wegschauen, blick senken, arme verschränken, "nee du, der platz ist nicht frei", "nee du sorry, wir würden uns gerade gerne einfach untereinander unterhalten"). wobei darunter auch aufdringliche zeitgenossen waren. oder solche, die sehr ungehalten darüber wurden, dass gerade kein interesse meinerseits an ihnen bestand. und ich mich daraufhin beschimpfen, als arrogant bezeichnen oder einfach sehr böse angucken lassen musste. was die unterscheidung in "harmlos" und "potentiell gefährlich" für mich gleich wieder ganz schwierig macht.
ein großer punkt in der debatte um den sexismus gegenüber frauen ist nämlich, dass es problematisch sei, körperliche übergriffe mit den alltäglichen frotzeleien der männerwelt in einen topf zu werfen. mir selbst fällt es allerdings überhaupt nicht schwer, die beiden miteinander in verbindung zu bringen - im gegenteil. mir ist mittlerweile klar geworden, dass jeder alltägliche sexismus, den ich und den meine umwelt einfach so hinnehmen und akzeptieren nur eine "einstiegsdroge" ist. denn trotz der möglichen harmlosigkeit ist jede von einem anderen bewusst hervorgerufene situation, die mir als mensch ein unangenehmes gefühl gibt, eine grenzüberschreitung. und mit jeder grenzüberschreitung, die ich, die wir als gesellschaft akzeptieren, öffnet sich tür und tor für tatsächliche, sexuelle übergriffe. denn jedes mädchen, das mit den gedanken "ach, das meint der nicht so. vielleicht ist es nur ein witz. eigentlich mag der mich ja. der meint es nur gut. ist ja ein kompliment. ich sollte mich nicht so haben." aufwächst, wächst zwangsläufig auch mit gedanken wie "vielleicht hätte ich den kurzen rock nicht anziehen sollen. hm, vielleicht habe ich ja doch ein wenig geflirtet und die falschen signale gesendet." und im allerschlimmsten falle mit dem gedanken "ich hätte mich einfach mehr wehren sollen." auf. hier werden opfer zu tätern gemacht. und das nicht nur gegenüber den eigentlichen übergriffigen, sondern vor allem auch gegenüber sich selbst - und hier liegt die eigentliche krux.
denn: wenn ich einen weiten ausschnitt/kurzen rock/enges kleid trage, dann muss ich halt damit rechnen, dass mich jemand anstarrt. wenn ich angetatscht werde, dann muss ich demjenigen doch nur eine knallen, dann lernt er schon draus. wenn mein chef mich ständig "süße" nennt, dann muss ich ihn halt zurechtweisen oder zum betriebsrat gehen oder suche mir am besten direkt einen anderen job. wenn ich nicht flirten will, dann sollte ich halt nicht in eine bar gehen. wenn ich keine komplimente hören will, dann sollte ich halt einfach nicht so hübsch sein. und wenn ich nicht vergewaltigt werden will, dann nehme ich nachts halt ein taxi oder gehe daher, wo es beleuchtet ist. das klingt für manche vielleicht verrückt - aber das sind aussagen und urteile, mit denen frauen jeden tag konfrontiert werden. einschränkungen, die wir teilweise sogar selbst in kauf nehmen. nur: wo liegen hier die grenzen, wie weit soll das noch führen? und wann hören wir endlich auf, menschen beizubringen, wie man sicher bleiben kann und fangen an beizubringen, nicht übergriffig zu werden? wann genau lernen menschen endlich genug feingefühl, um zu merken, wann zu viel einfach zu viel ist? denn die konsequenzen dieser einschränkungen in meinem leben sind endlos - ich verliere dabei zeit, respekt, selbstwertgefühl, geld, möglichkeiten des ausdrucks meiner individualität, spaß und sogar möglicherweise meinen job. dass man mich arrogant nennt, wenn ich nicht mit jedem dahergelaufenen eine unterhaltung führen will - damit kann ich leben. aber ich möchte schlichtweg kein leben führen, in dem ich mich 24/7 wehren, verstecken und klein machen muss - nur um ein einigermaßen unbeschadetes leben zu führen. denn das schlimmste ist ja: selbst wenn ich mich an all' diese dinge halte - sie garantieren mir nichts.
99% der männlichen bevölkerung wären trotz aller sicherheitsmaßnahmen zu jedem zeitpunkt imstande, mit mir zu machen, was auch immer sie wollten. einfach aus rein biologischen, körperlichen gründen. dass bisher kein mann in meinem leben davon gebrauch gemacht hat, da spielt viel glück mit. und das bewusstsein darüber ist immer da. das risiko. die furcht. und dank erfahrungen wie den oben geschilderten und schlimmeren, wird diese angst auch nicht weniger. im gegenteil. jeder mann, der auf der straße im dunkeln hinter mir läuft, ist für mich zunächst einmal eine bedrohung. ein potentieller übeltäter - so leid es mir oft um die vielen, wahrscheinlich sehr sympathischen, kerle leid tut. aber ich kann nicht mehr zählen, wie viele fake-anrufe ich schon führte. mit dem bodybuilder-freund, den ich vom training abholte - nur um mögliche angreifer abzuschrecken. deshalb bin ich mittlerweile auch jedem mann (im stillen) dankbar dafür, wenn er die straßenseite wechselt, statt weiter im dunkeln hinter mir zu laufen. denn dann habe ich ihn nicht mehr im nacken - kann ihn sehen und bin nicht mehr so ausgeliefert und angreifbar.
und das ist genau das, was sich ändern muss. es muss ein bewusstsein geschaffen werden - dafür, was frauen jeden tag, jeden abend, jede nacht durchmachen. und ein mann, der selbst noch kein solches erlebnis hatte - als potenzielles opfer eines sexuellen übergriffes abends durch die stadt zu laufen - muss natürlich erstmal darüber aufgeklärt werden. entweder durch das eigene umfeld oder aber durch genau die diskussion, die wir eben gerade führen und hoffentlich weiterführen werden. es muss in das bewusstsein jedes menschen, wie ein klima, in welchem sogenannte »herrenwitze« und scheinbar minimale grenzüberschreitungen als normal empfunden werden, diese angst - diese permanente furcht und vorsicht - schürt. als ich mit meinen eltern das thema diskutierte und eben genau das äußerte, war auch mein vater völlig schockiert. er habe noch nie darüber nachgedacht, ob es einer frau unangenehm sein könnte, wenn er auf der straße hinter ihr laufe. viele männer haben und werden eben (hoffentlich) nie die gleichen erfahrungen machen, die so viele frauen ihr ganzes leben mit sich tragen.
wir leben immer noch in einer männerdominierten gesellschaft - die macht ist faktisch nicht auf seiten der frau. aber überall sprechen pärchen, familien, politiker, firmen und medien mittlerweile über genau dieses thema - es wird verbreitet, öffentlich gemacht. und den vielen verständnisvollen, smarten männern wird es dadurch ein bisschen einfacher gemacht, das eigene benehmen zu reflektieren. sich womöglich noch ein wenig respektvoller gegenüber ihren weiblichen mitmenschen zu benehmen. und damit das miteinander zu vereinfachen und vorallem für alle so angenehm wie möglich zu machen. damit traue ich (und der großteil der #aufschrei-bewegung) den männern übrigens um einiges mehr zu als viele ihrer gegner - welche offenbar bezweifeln, dass sich an der gegenwärtigen, gesellschaftlichen lage und vor allem dem mann als individuum und seinen "trieben" jemals etwas ändern könnte. mal ganz abgesehen von den idioten, die sich über die aktion lustig machen und sie in den dreck ziehen - die lernen dann vermutlich tatsächlich nur durch eine ordentliche ohrfeige.
23.01.2013
city girl.
und nachts sind dann plötzlich diese ängste da. diese kleinen trolle, die kichern und wettern und sich kaputt lachen. über mich und darüber, wie ich mir so die welt vorstelle. als wäre das alles albern und sähe in wirklichkeit ganz anders aus. und manchmal vergesse ich dann tatsächlich, was eigentlich genau jetzt real(istisch) ist und was nicht. und muss mich dann wieder auf mein objektives ich berufen. weil mich diese ängste, diese vermutungen, diese ganzen schlechten möglichkeiten in meinem kopf ja nur verrückt machen. sie machen mir schlechte laune. sie machen mich grummelig. und vielleicht sollte ich jetzt auch einfach mal endlich schlafen.
i get so sad that
sad gets to be
so scared that all my feelings
they up and leave me
- tegan and sara.
i get so sad that
sad gets to be
so scared that all my feelings
they up and leave me
- tegan and sara.
10.12.2012
zweitausendzwölf.
Vorherrschendes Gefühl für 2013?
es geht steil bergauf.
2012 zum ersten Mal getan?
in meine eigenen vier wände gezogen. and all that comes with it.
eine therapie beendet.
all-inclusive urlaub.
mich als feministin wahrgenommen.
kerzen selbstgemacht.
stammtisch gegründet.
viele andere dinge, die nicht hierher gehören.
eine therapie beendet.
all-inclusive urlaub.
mich als feministin wahrgenommen.
kerzen selbstgemacht.
stammtisch gegründet.
viele andere dinge, die nicht hierher gehören.
2012 (nach langer Zeit) wieder getan?
mich mit mir selbst und meinen wünschen beschäftigt.
(glücklicher) single zu sein.
hausarbeit geschrieben und abgegeben.
zufriedenheit festgestellt.
neue länder gesehen.
mich inspirieren lassen.
meinen liebsten menschen so oft wie möglich gesagt, wie viel sie mir bedeuten.
geöffnet. mir selbst und anderen gegenüber.
vertraut.
verliebt.
nach vorne geblickt.
(glücklicher) single zu sein.
hausarbeit geschrieben und abgegeben.
zufriedenheit festgestellt.
neue länder gesehen.
mich inspirieren lassen.
meinen liebsten menschen so oft wie möglich gesagt, wie viel sie mir bedeuten.
geöffnet. mir selbst und anderen gegenüber.
vertraut.
verliebt.
nach vorne geblickt.
2012 leider gar nicht getan?
tattoo stechen lassen.
geschrieben. also, zu wenig.
bücher gelesen. also, zu wenige.
gespart.
(erweiterung:)
2012 glücklicherweise gar nicht getan?
völlig verzweifelt.
von panik übermannen lassen.
auf die waage geguckt.
zu lange zurückgeschaut.
entmutigen lassen.
zurückgezogen.
geschrieben. also, zu wenig.
bücher gelesen. also, zu wenige.
gespart.
(erweiterung:)
2012 glücklicherweise gar nicht getan?
völlig verzweifelt.
von panik übermannen lassen.
auf die waage geguckt.
zu lange zurückgeschaut.
entmutigen lassen.
zurückgezogen.
Wort des Jahres?
freiheit.
Zugenommen oder abgenommen?
erst ab-, dann wieder zu.
Stadt des Jahres?
bochum.
Alkoholexzesse?
auf ein minimum am anfang des jahres reduziert, seit einem dreiviertel jahr keinen einzigen mehr.
Haare länger oder kürzer?
länger, lang.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
habe das gefühl, dass meine biologischen augen schlechter werden.
ansonsten? definitiv viel weitsichtiger.
ansonsten? definitiv viel weitsichtiger.
Mehr ausgegeben oder weniger?
mehr. alleine wohnen ist teuer. aber es wert.
Höchste Handyrechnung?
irgendwas mit 35 euro.
Verliebt?
ja. ja, ja, ja.
Getränk des Jahres?
chai latte.
Essen des Jahres?
veganes gulasch.
Am häufigsten angerufen?
erstes halbjahr: die beste.
zweites halbjahr: le monsieur.
zweites halbjahr: le monsieur.
Die schönste Zeit verbracht mit?
den guten menschen um mich herum.
Die meiste Zeit verbracht mit?
erstes halbjahr: mir selbst.
zweites halbjahr: le monsieur.
zweites halbjahr: le monsieur.
Song des Jahres?
"bad girls" von m.i.a.
"bad girls" von m.i.a.
"call me maybe" von ben howard.
Alben des Jahres?
"in the mountain, in the cloud" von portugal. the man.
"the rip tide" von beirut.
"theatre is evil" von amanda palmer.
"the rip tide" von beirut.
"theatre is evil" von amanda palmer.
Buch des Jahres?
"vielen dank für das leben" von sibylle berg.
Konzert(e) des Jahres?
amanda fucking palmer in antwerpen.
TV-Serie des Jahres?
dexter.
Erkenntnis des Jahres?
alles wird gut. aber manchmal schafft man es nicht ganz allein.
Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
(kurze) flashbacks, weltschmerz, (vorübergehende) zweifel.
Schönste/s Ereignis/se?
der einzug in die eigenen vier wände. zu merken, wie ich endlich wieder zu mir selbst finde und die daraus resultierende zufriedenheit mit mir und meinem leben. die abgabe der ersten hausarbeit seit jahren und der stolz danach. und der monsieur als sahnehäubchen oben drauf.
2012 mit einem Wort?
bitteweiterso.
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